Konzeption

 

 

AWO-Kinderhort

Hacklberg

 

 

Adresse:    Schulstr. 46 - 94034 Passau

Telefon:     0851/9 52 09 93

FAX:          0851/ 9 52 09 92

Internet:      kiho-hacklberg@awo-passau-heining.de

Homeage:  www.awo-passau-heining.de

 

 

Inhaltsangabe

 

  1. Rahmenbedingungen unserer Einrichtung

    1. Informationen zum Träger und zur Einrichtung

    2. Situation der Kinder und Familien in unserer Einrichtung und im Einzugsgebiet

    3. Unser rechtlicher Auftrag

       

  2. Unser Leitbild –Prinzipien unseres Handelns für Kinder und ihre Familien

    1. Unser Selbstverständnis

    2. Unser pädagogischer Ansatz

    3. Gemeinwesenorientierung unserer Arbeit

    4. Bildungsqualität und Innovation

       

  3. Übergänge des Kindes im Bildungsverlauf

    1. Übergang vom Kindergarten in den Hort

       

  4. Bildung und Erziehung – unser Angebot für Kinder

Grundprinzipien der Bildungs- und Erziehungsarbeit…

4.1.1    Mitwirkung der Kinder (Partizipation)

4.1.2    Individuelle Unterschiede der Kinder als Bereicherung

4.1.3    Anregende Lernumgebung und Exkursionen

4.1.4    Ganzheitliche Bildung – Lernen in Projekten und Alltagssituationen

4.1.5    Angebotsvielfalt – Planung und Dokumentation der Bildungsarbeit

            in der Einrichtung

4.1.6    Beobachtung und Dokumentation der individuellen Lernprozesse  

            der Kinder

 

Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele

       4.2.1 Wertorientierung und verantwortungsvoll handelnde Kinder

     4.2.2 Sprach- und mediengewandte Kinder

     4.2.3 Fragende und forschende Kinder

     4.2.4 Künstlerisch aktive Kinder

     4.2.5 Starke Kinder

 

5. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft – unser Angebot für Eltern

 

6. Ausblick: Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Einrichtung

 

  1. Rahmenbedingungen unserer Einrichtung

     

1.1 Informationen zum Träger und zur Einrichtung

Der Träger des AWO - Kinderhortes ist der AWO-Ortverein Heining e.V., Buchenstr. 15, 94036 Passau.

  1. Vorstand ist seit dem Jahr 2000 Hr. Fraunholz Alois

     (E-Mail: fraunholz@awo-ndb-opf.de)

 

In unserem Kinderhort werden bis zu 50 Kinder (genehmigte Platzanzahl) im Alter von 6 -11 Jahren (1.-4. Klasse) aller Nationalitäten aufgenommen, die die Grundschule Hacklberg besuchen.

Bei mangelnder Kinderbesetzung können nach Absprache auch Kinder aus anderen Schulen den Hort besuchen.

Bevorzugt erhalten Kinder von Alleinerziehenden und berufstätigen Eltern einen Kinderhortplatz. Die Aufnahme erfolgt ganzjährig.

Da wir nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen haben, muss das Kind rechtzeitig (ca. ein halbes Jahr vor Schulbeginn) angemeldet werden.

 

Der AWO-Kinderhort Hacklberg befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Grundschule Hacklberg.

Die Einrichtung liegt neben dem Stadtpark und bietet den Kindern deshalb genügend Bewegungs- und Spielfreiheiten. Da der Hort nur durch eine kleine Privatstraße erreichbar ist, sind die Kinder auch keinerlei Gefahren durch den Straßenverkehr ausgesetzt.

 

Unsere Öffnungszeiten sind:

Mo – Do 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr,  Fr 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr

Die Betreuungszeit richtet sich nach dem Stundenplan der Kinder und der personellen Besetzung. (jedoch nicht vor 11.30 Uhr)

Bürozeiten:

täglich von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr

Um den pädagogischen Ablauf nicht ständig zu stören, ist unser Telefon von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr nicht besetzt. In dringenden Fällen können Sie aber auf unseren Anrufbeantworter sprechen.

Abholzeiten: (je nach Buchung)

Mo – Do: 15.30 Uhr – 17.30 Uhr

Fr: Unterrichtsende bis 16.00 Uhr

 

Um den Ablauf der Hausaufgabenzeit nicht zu stören, bitten wir Sie, Ihr Kind erst ab 15.30 Uhr vom Kinderhort abzuholen.

Das Abholen, durch eine nicht erziehungsberechtigte Person ist nur möglich, wenn Sie uns vorher (schriftlich oder telefonisch) Bescheid geben.

 

Schließtage und Ferienzeiten:

Die Schließtage (30 Tage pro Schuljahr) werden am Anfang des Schuljahres schriftlich an die Eltern mitgeteilt und eventuelle Änderungen rechtzeitig bekannt gegeben.

Aus organisatorischen Gründen, müssen die Kinder bei Bedarf ca. 2 Wochen vor den jeweiligen Ferien schriftlich im Hort angemeldet werden.

Der Grundbeitrag der Ferienbetreuung, Materialkosten… müssen von den Eltern zusätzlich getragen werden.

 

Finanzierung und Beiträge:

Der Kinderhort finanziert sich nur zu einem geringen Teil durch die Elternbeiträge.

Ein Großteil der Einrichtungskosten wird durch Zuschüsse des Freistaates Bayern und der jeweiligen Kommune gedeckt.

Um die nötigen Zuschüsse zu bekommen, um die Einrichtung finanzieren zu können, beträgt die Mindestbuchungszeit in unserer Einrichtung mindestens 3-4 Std. täglich.

 

Es ergibt sich dadurch eine Kernzeit (Anwesenheitszeit) von Unterrichtsende bis min. 15.30 Uhr.

 

Die monatlichen Elternbeiträge im Kinderhort Hacklberg:

 

Hortplatz während der Schultage:

3-4 Std. tägl./ 60 €                                 monatlich

4-5 Std. tägl./ 65 €                                 monatlich

5-6 Std. tägl./ 70 €                                 monatlich

 

Hortplatz während der Ferien:

Ab 7.30 Uhr/ 85 €                                  einmalig - Augustbeitrag

Ab 8.00 Uhr/ 80 €                                  einmalig - Augustbeitrag

 

Essensangebot

Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, essen die Kinder in verschiedenen Gruppen, immer nach Unterrichtsende. (11.30 Uhr, 12.15 Uhr oder 13.00 Uhr)

Da wir für die große Kinderzahl nicht die Möglichkeit haben, selbst zu kochen, bekommen wir die Speisen vom AWO-Seniorenheim Vilshofen geliefert. Die Gerichte werden täglich frisch gekocht.

Beim Einkauf der Lebensmittel und der Zubereitung der Speisen wird darauf geachtet, dass großteils regionale und frische Bio-Produkte verwendet werden.

Ein Gericht besteht in der Regel aus Hauptgericht und Dessert. Die täglichen Kosten belaufen sich auf 2,90 €.

Außerdem besteht für die Kinder die Möglichkeit, sich Getränke bei uns zu kaufen oder Mitgebrachtes zu verzehren.

Zusätzlich stehen im Sommer immer noch kalter und im Winter warmer Tee kostenlos für die Kinder bereit.

Am Nachmittag (15.30 Uhr) haben die Kinder nochmals die Möglichkeit eine Essenspause zu machen.

 

Personelle Ausstattung

Der personelle Aufwand  richtet sich immer nach der Anzahl der aufgenommenen Kinder und deren Buchungszeit in der Einrichtung.

In der Regel sind immer mehrere Erzieherinnen (päd. Fachkräfte), Kinderpflegerinnen und versch. Praktikantinnen (päd. Hilfspersonal) bei uns tätig.

Während der Kernzeit (11.30 Uhr bis 15.30 Uhr)  ist immer das ganze Personal anwesend.

 

1.2  Situation der Kinder und Familien in der Einrichtung und im Einzugsgebiet

 

Zu unserer Zielgruppe gehören Familien aus allen sozialen Schichten, deren Kind die GS Hacklberg besucht.

In unserer Einrichtung werden hauptsächlich Kinder betreut, deren Eltern berufstätig oder alleinerziehend sind. Im Augenblick werden auch viele Geschwisterkinder von uns betreut.

Ein sehr geringer Teil der Kinder wird durch das Jugendamt vermittelt oder es besteht Migrationshintergrund.

Da an der GS Hacklberg jährlich das Model mit einer Kooperationsklasse besteht und wir jedes Kind als individuelle Persönlichkeit sehen, werden auch Kinder mit besonderem schulischem Förderbedarf bei uns aufgenommen.

Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung können im Moment noch nicht in unserer Einrichtung betreut werden.

 

1.3  Unserer rechtlicher Auftrag – Zielvorgaben nach dem BEP

 

Jede Einrichtung ist verpflichtet, den Spiel und Lernbereich der Kinder so zu gestalten, dass die Basiskompetenzen der Kinder gefördert werden können.

Basiskompetenzen der Kinder sind:

 

  • Personelle Kompetenzen

  • Selbstwahrnehmung

  • Ein gesundes Selbstwertgefühl ist wichtig für die Entwicklung eines    Kindes, zu einem Menschen, der sich selbst achtet, mit sich zufrieden ist  und sich geliebt fühlt. Bei uns wird jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit angenommen und bestärkt, es darf Gefühle zulassen und zeigen. (Zuwendung und liebevoller Umgang mit dem Kind, eigene Grenzen erfahren, freie Wahl des Spielpartners und des Spielmaterials…)

 

  • Motivationale Kompetenzen

 

Jeder Mensch möchte im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst bestimmen, was er tun und wie er etwas tun möchte. Niemand möchte fremdgesteuert handeln. Wir ermöglichen den Kindern viele Entscheidungsfreiheiten, lernen ihnen, Kompromisse einzugehen, vermitteln ihnen aber auch, dass es Dinge gibt, die wir nicht frei bestimmen können. (Motivation durch gezielte Angebote, Zeit und Raum geben zum selbstbestimmten Tun…)

 

  • Kognitive Kompetenz

In unserer pädagogischen Arbeit ist grundlegend auf eine ganzheitliche Erziehung ausgelegt. Kinder lernen durch erleben mit allen Sinnen. Nur durch das Angebot unterschiedlicher Materialien lernt ein Kind zu verstehen. (Spielmaterialien für alle Bildungsbereiche, Spiele mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad…)

Die Kinder lernen, Probleme unterschiedlicher Art (z. B. soziale Konflikte, Denkaufgaben, Problemlösungsalternativen zu entwickeln, diese abzuwägen, zu entscheiden, diese angemessen umzusetzen und den Erfolg zu prüfen. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen die Kinder dabei.

 

  • Physische Kompetenz

Die Kinder lernen im Laufe der Zeit verschiedene Hygienemaßnahmen  eigenständig auszuführen. Sie lernen sich gesund zu ernähren. (Grob- und feinmotorische Förderung, Körperpflege, Bewegungsangebote…)

 

  • Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext

  • Soziale Kompetenzen

    Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen und Freundschaften zu schließen, die durch Sympathie und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Die Kinder lernen sich gegenseitig zu achten, zu schätzen, mitzufühlen, auf gegenseitige Grenzen zu achten und eigene zu setzen. (altersgemischte und geschlechtsgemischte Gruppe, Arbeit in Gesamt- und Kleingruppen, wertschätzende Betreuung…)

     

  • Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz

Wir gehören zusammen! Dies erleben die Kinder ab dem ersten Tag in unserer Einrichtung. Schon durch die Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt stehen wir für eine Zusammengehörigkeit über alle Unterschiede hinaus.

(Respektieren bestimmter Sitten und Rituale…)

 

  • Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme

Die Kinder lernen in unserem Hort Verantwortung für das eigene Tun und Handeln zu übernehmen. Aber auch für andere, der Umwelt und Natur gegenüber wird zunehmend verantwortungsbewusst gehandelt. (Übernahme von verschiedenen Diensten, verantwortungsbewusster Umgang mit Müll…)

 

  • Fähigkeiten und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

Wir ermöglichen den Kindern, demokratisch am Alltagsgeschehen mitzubestimmen. So werden die Kinder auf die demokratische Gesellschaft vorbereitet. (feste Rituale im Tagesablauf, Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder, Gruppenregeln…)

 

  • Lernen wie man lernt

    Dies ist der Grundstein für ein lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen und auch die Grundlage für einen bewussten Wissenserwerb. Das erworbene Wissen sollen die Kinder lernen anzuwenden und auf andere Situationen zu übertragen.

          Hausaufgabenzeit, gezielte päd. Angebote und Bastelangebote..

 

  • Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen

  • Widerstandsfähigkeit (Resilienz)

Resilienz ist die Grundlage für eine positive Entwicklung, Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität sowie der Grundstein für einen kompetenten Umgang mit individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen. Wir wollen die Kinder unterstützen, dass sie sich zu einer widerstandsfähigen Persönlichkeit entwickeln. (demokratischer Erziehungsstil, Zusammenarbeit mit den Eltern, Eingewöhnung für neue Kinder…)

   

 

2. Unser Leitbild – Prinzipien unseres Handelns für Kinder und ihre Familien

2.2  Unser Selbstverständnis – Kinder und Familien im Mittelpunkt – Bild vom Kind

      

Wir nehmen jedes Kind, unabhängig von seiner Nationalität, Herkunft und Religion. Jedes Kind, mit seiner eigenen Persönlichkeit ist bei uns willkommen. Unser Handeln ist geprägt von einer hohen Wertschätzung eines jeden Kindes.

Das Bild vom Kind hat sich in der Erziehungswelt in den letzten Jahren stark gewandelt. Das Kind ist um ein vielfaches selbständiger und emanzipierter geworden.

Das Streben nach Autonomie, danach sich selbst und seinen eigenen Weg zu finden, die Individualität, die Persönlichkeit und die Selbständigkeit des Kindes bilden unter Berücksichtigung der Selbstbildungsprozesse die Basis der gesamten pädagogischen Arbeit.

Jedem Kind steht sein eigener Entwicklungsweg und sein eigenes Entwicklungstempo zu, wir unterstützen es in seinen Stärken. Als pädagogische Fachkräfte erkennen wir aber auch, wann anregende und fördernde Begleitung – durch uns selbst oder durch externe Fachkräfte – notwendig ist.

In unserem Hort ermöglichen wir den Kindern, Entscheidungen zu treffen, über ihren Alltag mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen.

Außerdem lernen sie, sich in einer Gruppe sozial zu verhalten und stärken ihr Selbstvertrauen, indem sie lernen, vor anderen Kindern zu sprechen, zu singen, zu spielen und vieles mehr.

Gute Bildung ist elementar und zahlt sich aus. Je früher sie beginnt, desto besser haben die Kinder es später in Ausbildung und Beruf. Bildung ist ein lebenslanger Prozess und deshalb ist es uns besonders wichtig, für jedes Kind die passende Betreuungsform zu finden.

 

Jedes Kind hat das Recht:

 

  • So akzeptiert zu werden, wie es ist und wie es lebt,

    Akzeptiert zu werden, egal wo es herkommt,

  • Auf ehrliche Zuwendung und Wärme,

  • Als Individuum gesehen zu werden,

  • Eigene Stärken, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu

     entwickeln,

  • Auf Bestätigung, Lob und Anerkennung,

  • Auf Wahrnehmung seiner Bedürfnisse und Wünsche,

  • Sein Spiel- und Bewegungsbedürfnis auszuleben,

  • Auf Wahrung seiner Grenzen,

  • Sich zurückzuziehen und Ruhe zu suchen,

  • Seine Spielpartner selbst auszusuchen,

  • In seiner Kultur und Religion akzeptiert und respektiert zu werden.

 

2.2 Unser pädagogischer Ansatz

 

Wir arbeiten in unserem Kinderhort nach dem situationsorientieren Ansatz.

Situationsorientiert bedeutet für uns, dass wir uns an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder orientieren und Situationen und Themen aus dem Alltag aufgreifen und in unsere pädagogische Arbeit miteinzubeziehen, z.B. bei der

 

  • Erziehung zur Selbständigkeit (Erledigung d. Hausaufgaben, Mittagessen, Anziehen…)

  • Förderung des Selbstbewusstseins (Dinge ausprobieren lassen, Freiwilligkeit…)

  • Förderung der sozialen Kompetenz und der Werte (Lösungswege finden, die Großen helfen den Kleinen, Achten der Mitschüler, dem Betreuer zuhören …)

  • Erziehungspartner sein (Beobachter, Partner, Begleiter/ feste Regeln, aber nicht zu konservativ)

  • Teamarbeit (Vorbereitung, Umsetzung und Reflexion unseres päd. Arbeitens)

  • Sachgemäßer Umgang mit Materialien (Spielmaterial, Möbel…)

  • Soz. emotionaler Bereich (Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Toleranz…)

 

In unserer Einrichtung gibt es nur während der Hausaufgabenzeit eine feste Gruppenstruktur und der Tag wird nicht die ganze Zeit mit vorgegebenen Angeboten verplant.

In der Freispielzeit haben die Kinder die Möglichkeit ihre Spielpartner, Ihren Spielort, das Spielangebot und die Spieldauer selbst zu wählen.

Nur so ist es möglich, dass die Kinder ihre Freiheiten und Neigungen ausleben und ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen können.

Im Freispiel sind die Kinder jedoch nicht unbeaufsichtigt.

Die Betreuer stellen den Kindern Material zur Verfügung,  geben ihnen geeignete Spiel- und Freiräume, stehen bei Konfliktsituationen wenn nötig zur Seite, spielen mit, leiten Impulse oder Anregungen weiter, sind bei Fragen und Problemen jederzeit offen und nehmen sich bewusst Zeit für die Bedürfnisse der einzelnen Kinder.

Ein positives Gruppenklima und gute Teamarbeit sind Voraussetzungen für eine gute pädagogische Arbeit. Ein Team ist mehr als die Summe seiner Mitglieder, es zeichnet sich aus durch Kommunikation und Kooperation, Offenheit und Vertrauen, Verantwortlichkeit untereinander und kritische Rückmeldungen. Deshalb wird in unserer Einrichtung auf regelmäßige Teamsitzungen besonders viel Wert gelegt, um zeitnah zu reflektieren und bei Problemen oder Unstimmigkeiten schnell handeln zu können.

 

 

2.3 Gemeinwesenorientierung unserer Arbeit – unser lokales Netzwerk

 

Der Besuch des Hortes bedeutet für das Kind, dass es neben der Schule einer weiteren ergänzenden Bildungs- und Erziehungseinrichtung angehört. Die Erziehung, Förderung und Betreuung unserer Hortkinder setzt deshalb eine enge Zusammenarbeit zwischen Familie, Schule und Hort voraus. (Kontaktgespräche mit Lehrern, Teilnahme an Lehrerkonferenzen…)

 

Da bei einigen Kindern, die von uns erkannten Entwicklungsauffälligkeiten- und Verzögerungen nur bedingt gefördert werden können und unsere Fördermöglichkeiten übersteigen, werden Fachdienste (SPZ, Erziehungsberatungsstelle, Ergotherapeuten, Logopäden, Kinderärzte, Kinderschutzbund, Schulpsychologen…) hinzugezogen, die uns und den Eltern mit Ratschlägen zur Seite stehen.

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Durch regelmäßige Leiterinnentreffen mit anderen AWO-Einrichtungen und Kindertagesstätten versuchen wir pädagogische Probleme gemeinsam zu lösen, Verbesserungsmöglichkeiten zu beraten, Erfahrungen auszutauschen und verschiedene Aktivitäten zu planen. (gemeinsames Fußballturnier und Kinderfest, Ferienprogramm, Verkaufsstände, Spendenaktionen…)

 

Gerade bei Entscheidungsprozessen ist die Zusammenarbeit mit dem Träger und dem Stadtjugendamt wichtig. Der Träger hat letztendlich die Verantwortung und die Aufgabe der Betriebsführung für die Einrichtung.

 

Als Ort für Kinder und deren Familien bietet der Hort die Möglichkeit, dass Eltern und andere Interessierte „offene Türen“ vorfinden.

Um Außenstehenden Einblicke in unsere Einrichtung und unsere Arbeit zu ermöglichen, verfügt unsere Einrichtung über eine eigene Homepage und über Veranstaltungen… wird in der Regel in der Tageszeitung berichtet.

 

 

2.4 Bildungsqualität und Innovation – Unsere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung

 

Um zu untersuchen, was die Bildungsqualität in Kindertageseinrichtungen ausmacht, spielen folgende Qualitätsdimensionen die entscheidenden Rollen:

Orientierungsqualität

Strukturqualität

Organisations- und Managementqualität

Prozessqualität

Ergebnisqualität

 

Qualitätsdimensionen in unserer Einrichtung

Orientierungsqualität bezieht sich darauf, wie klar und differenziert die pädagogischen Ziele einer Einrichtung formuliert sind und inwieweit sich diese Ziele im päd. Handeln niederschlagen. (Konzeption, Reflexionen…)

 

Strukturqualität zeigt sich darin, wie gut eine Einrichtung sachlich, räumlich und personell ausgestattet ist. Sie misst sich in der Gruppengröße und dem Betreuer-Kind-Schlüssel, in der Vorbereitungszeit für die „Arbeit am Kind“ oder auch im Ausbildungsniveau der pädagogischen Fachkräfte. (Fortbildungen – Fachzeitschriften für Personal, qualifiziertes Fachpersonal, regelmäßige Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten, regelmäßige Erweiterung und Erneuerung der Spielmaterialien…)

 

Zur Organisations- und Managementqualität gehören neben der fachlichen Leitung die Bewirtschaftung und Personalführung, die Kooperation mit den Eltern und die Öffentlichkeitsarbeit sowie Kontakte mit dem Träger, mit Behörden usw. Ein gutes Management gilt als Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit des Personals in der Gestaltung der pädagogischen Prozesse mit den Kindern. (Fachberatung bei Fragen und Problemen, regelmäßige Leiterinnenkonferenzen, wöchentliche Teamsitzungen, gemeinsame Feste und Feiern, Pressearbeit, Zusammenarbeit mit anderen Kindertagesstätten…)

 

Prozessqualität bezieht sich auf die zentralen Interaktionen zwischen dem Kind und pädagogischen Bezugspersonen, zwischen den Kindern, im pädagogischen Team und zwischen Eltern und Erzieherinnen. Die Qualität dieser Prozesse zeigt sich in der Lernatmosphäre und den Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten des Kindes. (Elternfragebögen, Kinderfragebögen, Kinderkonferenzen, Elterngespräche, Elternabende…)

 

Ergebnisqualität misst sich in Entwicklungs-und Bildungsergebnissen: in der kognitiven, motorischen, sprachlichen Entwicklung, sozialen Kompetenzen, der emotionalen Ausgeglichenheit, Bewältigungskompetenzen im Alltag. (Beobachtungsbögen, Eltern- und Lehrergespräche, Lernmaterialien, Förderangebote, Zusammenarbeit mit Fachdiensten…)

 

Die Vernachlässigung früher Bildung verschärft Chancenungleichheit, denn benachteiligte Kinder profitieren in besonderem Maße von frühen Bildungsangeboten. Der Zugang zu  Institutionen früher Bildung muss daher allen Kindern in ausreichendem Maß gewährt werden und die strukturellen Rahmenbedingungen müssen eine altersgemäße Förderung sicherstellen. Dies erfordert auch eine gute Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte mit der Befähigung, vielfältige herausfordernde Lernangebote für die Kinder zu gestalten sowie einen Personalschlüssel, der in Rechnung stellt, dass frühe Bildungsprozesse der Kinder noch in einem engen Zusammenhang mit ihrer Bindung an pädagogische Bezugspersonen stehen. Als entscheidend für die Förderung erwies sich die Gesprächsführung mit den Kindern.

Um unsere Arbeit immer zu optimieren und so gut auf die Kinder abzustimmen, wie es geht, sind uns die regelmäßigen Teamsitzungen in der Einrichtung sehr wichtig. Nur so können Unstimmigkeiten, Verbesserungsvorschläge, Beobachtungen… genau reflektiert und bearbeitet werden.

3. Übergänge des Kindes im Bildungsverlauf – Übergang vom Kindergarten in den Hort

 

Uns ist es besonders wichtig, dass sich die Kinder von Anfang an in unserer Einrichtung wohl fühlen.

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule und den Hort ist ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Kindes und seiner Familie. Von seinem Gelingen hängt die Bewältigung weiterer Übergänge ab.

Vom Kindergarten in den Hort zu wechseln bedeutet für das Kind einen Statusgewinn. Aus dem Kindergartenkind wird ein Schulkind. Mit dem neuen Status erwirbt das Kind mehr Unabhängigkeit und neue Kompetenzen.

Dazu gehören in besonderem Maße Sozialkompetenzen, Frustrationstoleranz, Selbstbewusstsein und die Bereitschaft, in einer Gruppe zu lernen.

Kinder müssen lernen mit neuen Strukturen und Inhalten umzugehen.

 

Gezielte Maßnahmen in unserer Einrichtung:

  • Einrichtungsleitung ist bei der Schuleinschreibung anwesend und informiert alle Eltern über der Hort (Infomaterial, Flyer…)

  • Gute Zusammenarbeit mit den Kindergärten, Absprache bei auffälligen Kindern…

  • Schnuppertag – Kindergartenkinder besuchen den Hort

  • Ausführliches Anmeldegespräch vor Aufnahme des Kindes

  • Informationselternabend vor Horteintritt

  • Auf Wunsch sind für das einzelne Kind Schnuppertage im Hort möglich

  • Bei Aufnahme erfolgt eine Eingewöhnungswoche in der ersten Schulwoche, in der die Kinder in Ruhe die Einrichtung kennenlernen sollen (Stundenstaffelung)

  • Regelmäßige Elterngespräche bzw. Tür- und Angelgespräche

 

4. Bildung und Erziehung – unser Angebot für Kinder

4.1 Grundprinzipien der Bildungs- und Erziehungsarbeit

4.1.1 Mitwirkung der Kinder

Die Kinder in unserer Einrichtung werden grundsätzlich in allen Bereichen, so gut wie es möglich ist, miteinbezogen.

  • Raumkonzept: z. B. bei der Dekoration der Räumlichkeiten   durch  Bastelvorschläge, Bastelarbeiten, Fensterbemalungen…
  • Regelabsprachen: z. B. die Hortregeln wurden mit den Kindern erarbeitet, besprochen und müssen auch eingehalten werden.
  • Feste und Feiern: Die Kinder bringen sich bei Festen durch Auftritte und ihr Mitwirken ein.
  • Essensauswahl: bei der Auswahl der Speisen wird darauf geachtet, dass es Gerichte sind, die der Mehrheit der Kinder schmeckt. Die Kinder dürfen auch Essenswünsche äußern, die nach Möglichkeit berücksichtigt werden
  • FragebögenDie Kinder dürfen anhand eines Fragebogens einmal jährlich ihre Meinung zu Mittagessen, Spielmaterialien, Personal, Raumkonzept… mitteilen
  • Arbeitsdienste: In unserer Einrichtung gibt es verschiedene Dienste, um die sich die Kinder kümmern. Darunter fallen z. B. Tische abwischen nach dem Mittagessen, Nachspeisen austeilen, Müll wegbringen… Die Kinder übernehmen diese kleinen Aufgaben abwechselnd, so dass jeder einmal an der Reihe ist.
  • Auswahl der Spielmaterialien: Die Kinder können ihre Spielmaterialien und die Spielzeit selbst bestimmen. Auch bei der Anschaffung von neuen Spielmaterialien wird versucht, auf  die Vorlieben und Wünsche der Kinder Rücksicht zu nehmen. Auch bei Projekten, Freizeit- und Ferienprogrammen stehen die Interessen der Kinder im Vordergrund.

 

4.1.2 Individuelle Unterschiede der Kinder als Bereicherung

Geschlecht: Alle Kinder werden in gleicher Weise behandelt und jeder hat das Recht seine Meinung frei zu äußern, Geborgenheit und ein ausgeglichenes Miteinander zu erfahren.

Alter: Wir betreuen Kinder im Alter von 6 – 11 Jahren, die sich gegenseitig unterstützen und Rücksicht aufeinander nehmen. Die Größeren helfen den Kleineren in ihrem Tun und Handeln.

Kulturelle Herkunft: Das bedeutet, auch Kinder aus anderen Ländern und Kulturen werden in ihrer Religion und Weltanschauung respektiert und akzeptiert z. B. Moslems essen bei uns kein Schweinefleisch…

Behinderung und Auffälligkeiten: Auch Kinder die andere Denk- und Verhaltensweisen aufzeigen wie z. B. Sprachauffälligkeiten, Entwicklungsverzögerungen… sind bei uns willkommen und haben die Möglichkeit sich frei zu entfalten. Im Umgang mit Gleichaltrigen lernen die Kinder mit Sympathie und Antipathie umzugehen, sich gegenseitig zu achten und zu schätzen und Freundschaften zu schließen.

Kinder mit einer nachgewiesenen Behinderung können wir in unserer Einrichtung leider nicht aufnehmen.

 

Talente und Begabungen: Kinder die eine besondere Begabung aufzeigen, werden gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten, in unserer Einrichtung unterstützt, diese Talente auszuleben.

So haben Fußballspieler die Möglichkeit bei einem organisierten Turnier mitzuspielen.

 

4.1.3 Anregende Lernumgebung und Exkursionen

Der Kinderhort Hacklberg hat vier Gruppenräume mit verschiedenen Spielecken.

In der Bauecke können sich die Kinder mit verschiedenen Konstruktionsmaterialien wie z. B. Lego, Bausteine, Spielautos… beschäftigen.

Die Puppenecke ist mit einer Puppenküche, Babypuppen, Verkleidungsmöglichkeiten… ausgestattet. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, in Rollenspielen… ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und sich auszuleben.

Ebenso gibt es Rückzugsmöglichkeiten in den „Kuschelecken“. Hier besteht die Möglichkeit zum Lesen, Relaxen und Entspannen.

Die Mal – und Bastelbereiche sind für die Kinder immer frei zugänglich.

Mit verschiedenen Materialien (buntes Papier, Filzstifte, Buntstifte, Kleber, Wolle, Scheren…) können sie sich kreativ ausleben und ihre eigenen Kunstwerke individuell gestalten.

Unsere großen Spieltische bieten viel Platz für die Kinder, um Brettspiele, Puzzles, Kartenspiele … zu spielen und mit ihren Freunden Spaß zu haben.

Der kleine Intensivraum verfügt über einen Kicker, eine große Maltafel und Tische und Stühle. Dort spielen die Kinder oft „Schule“.

In diesem Raum finden auch gezielte Angebote in Kleingruppen statt sowie Förderangebote mit einzelnen Kindern.

Für die Essensausgabe, den Getränkeverkauf und die Nachmittagspause wird die Küche genutzt.

Da wir Kinder  unterschiedlichen Alters und Größen betreuen, wurde auch Wert darauf gelegt, dass die Bestuhlung unterschiedlich hoch ist.

Zusätzlich darf der Hort zweimal wöchentlich über die Turnhalle in der Schule verfügen.

Hier können die Kinder bei schlechtem Wetter Fußballspielen, sich Bewegungsbaustellen bauen und sich austoben.

Der angrenzende Wald und das Hortgelände bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Bewegung.

Die Kinder können sich aus dem Spielzeugschuppen verschiedene Spielsachen wie Roller, Tennisschläger, Bälle… herausnehmen.

Außerdem befinden sich am Außengelände ein Bodentrampolin, ein großer Sandkasten, kein Kletterturm…

Um die Kinder bei den Hausaufgaben räumlich besser trennen zu können, dürfen wir am Nachmittag auch Klassenzimmer für die Hausaufgabenbetreuung der Kinder benutzen.

 

 

4.1.4 Ganzheitliche Bildung – Lernen in Projekten und Alltagssituationen

Der Begriff ganzheitliche Bildung steht allgemein für einen umfassenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er sowohl seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten als auch seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert.

Ganzheitliche Bildung bezieht also die ganze Person mit allen Persönlichkeitsanteilen ein.

In unserem Hort lernen die Kinder in erster Linie in Alltagssituationen und am Vorbild.

Die Kinder werden so gut es geht in den gesamten Alltag miteingebunden.

Um die Kinder nicht zu überfordern, versuchen wir viele Lernbereiche spielerisch umzusetzen und zur Vertiefung regelmäßig zu wiederholen.

 

Beispiele aus der Praxis:

  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten (Kinder helfen bei der Reinigung der Esstische)

  • Erziehung zur Selbständigkeit (Kinder dürfen nach Absprache ohne Aufsicht in den Garten)

  • Motorische Förderung (Fein- und Grobmotorik werden durch Bastel- und Bewegungsangebote gefördert)

  • Kognitive Bildung (Lern- bzw. Hausaufgabenzeit, Sachbücher, Denk- und Förderspiele…)

  • Emotionale Förderung (Hilfsbereitschaft, Gefühle dürfen gezeigt werden)

  • Kreative Förderung (Kinder bekommen in der Freispielzeit versch. Bastelmaterialien zur Verfügung gestellt)

  • Soziale Integration (Wir-Gefühl, friedliches Zusammenleben in der Gruppen)

 

In unserer Einrichtung gibt es in der Regel kein festes Jahresthema.

 

4.1.5 Angebotsvielfalt – Planung und Dokumentation der  Bildungsarbeit in der Einrichtung

 

Am Anfang des Schuljahres wird in Teamsitzungen eine grobe Jahresplanung festgelegt.

Wer übernimmt welche Alltagsaufgaben und –arbeiten. Welche Feste und Veranstaltungen liegen an…

Zeitnah wird dann in den wöchentlichen Teamsitzungen geplant.

Es finden zwei Sitzungen pro Woche statt. In der einen werden organisatorische Themen wie Planung von Festen, Ferienbetreuung… bearbeitet und in der anderen geht es um Verhaltensauffälligkeiten, Prävention, Gegenmaßnahmen… bei den Kindern.

Bei der Planung sollen alle Teammitglieder, deren Erfahrungen, Interessen… miteinbezogen werden.

Unsere Planungen werden schriftlich, in Form eines Protokolls oder eines Ablaufschreibens, festgehalten.

 

Unser gesamter Alltag ist genau geplant z. B.:

  • Mittagsverpflegung und Nachmittagspause

  • Hausaufgabenbetreuung

  • Planung von Festen und Feiern

  • Elternarbeit bzw. Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat

  • Zusammenarbeit mit der Grundschule

  • Ferienmaßnahmen

  • Freispielzeit

Laut den Beispielen sind Beobachtung, Planung und Dokumentation immer eng miteinander verknüpft.

Gerade im Hinblick auf die Lernbereitschaft, den Entwicklungsstand und die Lernfortschritte sind Dokumentationen von enormer Wichtigkeit.

So werden z. B. in unserer Einrichtung zweimal jährlich Beobachtungsbögen von jedem Kind geführt.

Außerdem werden bei besonderen Ereignissen und Vorkommnissen Aufzeichnungen im Kinderakt hinterlegt.

Um den regelmäßigen Hortbesuch der Kinder zu dokumentieren, führen wir täglich eine Anwesenheitsliste von jedem Kind.

 

4.2 Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele

 

4.2.1 Wertorientierung und verantwortungsvoll handelnde Kinder

Da wir keine katholische Einrichtung sind, werden kirchliche Feste in unserer Einrichtung nur bedingt gefeiert.

Dennoch ist es uns wichtig, dass die Kinder verschiedene Bräuche und Feste und ihre Hintergründe kennenlernen dürfen.

In unserem Hort begegnen wir verschiedenen Religionen und sind für jeden Glauben offen.

Das Miterleben von Gemeinschaft, Freundschaft, Festen  und Ritualen sowie die Begegnung mit Zeichen und Symbolen können helfen, Eigenes und Fremdes zu erschließen.

Uns ist wichtig, dass die Kinder lernen, sich in die Situation anderer einzufühlen und hilfsbereit sind. Eigene Wünsche, Bedürfnisse und Meinungen dürfen aber selbstverständlich zum Ausdruck gebracht werden.

Die Kinder sollen lernen, sich der eigenen Gefühle bewusst zu werden, sie zu akzeptieren und über sie nachdenken zu können.

Dennoch ist es in der Gemeinschaft unumgänglich, Grenzen und Regeln zu berücksichtigen, Kompromisse zu schließen und teamfähig zu sein. Werte und Normen werden durch das Hortpersonal vermittelt und vorgelebt.

 

Beispiele aus der Einrichtung:

  • Muslime essen kein Schweinefleisch

  • Umgangsformen werden vertieft (Begrüßung, Verabschiedung…)

  • Bei Geburtstagen wird das Kind in den Mittelpunkt gestellt (Geburtstagstisch, Lied wird gesungen…)

  • Feste zum Jahreskreis

  • Gegenseitiges Helfen im Alltag

  • Konfliktlösungsgespräche mit dem Kind

 

4.2.2 Sprach- und mediengewandte Kinder

Sprache entwickelt sich während der ganzen Kindheit in vielen verschiedenen Situationen. Uns liegt die Weiterentwicklung der Sprachkenntnisse der Kinder in Form von Wortschatzerweiterung, Rechtschreibung, Satzbau und Sprachverständnis am Herzen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil in unserer Hausaufgabenbetreuung, aber auch im täglichen Austausch zwischen Betreuer und Kind werden die Sprachkenntnisse erweitert. Kinder mit Migrationshintergrund werden individuell gefördert.

 

Medien sind maßgebliche Faktoren des modernen Zusammenlebens. Sie sind dementsprechend alltäglicher Bestanteil der individuellen Lebensführung. Von klein auf kommen die Kinder mit verschiedenen Medien in Berührung, nur so können die Kinder später ihr Berufsleben souverän mitgestalten.  In unserer Einrichtung verwenden wir traditionelle Medien, wie Bilderbücher oder Hörbucher, da bei uns die Förderung der sozialen Kompetenzen im Vordergrund steht.

 

Beispiele aus der Einrichtung:

  • Leseübungen in der Hausaufgabenzeit

  • Freier Zugang zu Bilderbüchern

  • Gezielte Sprachförderung (Sprechübung, …)

  • Fotowand

  • Fotografieren bei Festen

  • Altersgerechte Filme in der Ferienbetreuung

  • Lernspiele

 

4.2.3 Fragende und forschende Kinder

Mathematische Bildung erlangt in der heutigen Wissensgesellschaft eine zentrale Bedeutung. Ohne mathematisches Grundverständnis ist ein Zurechtkommen im Alltag nicht möglich.  So ist in der Schule Mathematik ein fester Bestandteil des täglichen Lernens unserer Hortkinder. Das pädagogische Personal vertieft individuell in den Hausaufgaben den Lernstoff der Kinder und fördert bei Lernschwierigkeiten. Im Hort können verschiedene Getränke erworben werden, hierbei erlernen die Kinder den Umgang mit Geld. Unsere Bauecke kann als frei wählbarer Bereich bespielt werden, so können die Kinder direkt geometrische Formen, Mengen und Längen und mathematische Gesetzmäßigkeiten erfassen.

Situationsorientiert beschäftigen wir uns mit naturwissenschaftlichen Themen und der Umwelt, wie z. B. die Blätter färben sich im Herbst bunt, wir finden einen Feuersalamander oder einen Fasan im Wald. Die Fragen der Kinder werden erörtert oder auch gemeinsam nach Informationen gesucht. Bei verschiedenen Ausflügen in Zoos oder Tierparks wird der Umgang mit Tieren und deren Bedürfnisse erörtert. Bei verschiedenen Experimenten erwerben die Kinder die Fähigkeit naturwissenschaftliche Phänomene zu verstehen. Durch die direkte Lage am Waldrand gibt es immer wieder Neues zu entdecken und wahrzunehmen.

 

Beispiele aus der Einrichtung:

  • Verschiedene Bastelarbeiten (Basteln mit gepressten Blättern...)
  • Hausaufgaben
  • Konstruktionsspiele
  • Mülltrennung
  • Insektengläser und Mikroskope

 

4.2.4 Künstlerisch aktive Kinder

Kinder handeln von Geburt an musikalisch und künstlerisch. Mit Neugier und Faszination begegnen sie der Welt der Musik. Sie haben Freude daran, den Geräuschen, Tönen und Klängen in ihrer Umgebung zu lauschen und diese selbst zu produzieren.

Gehörte Musik setzen Kinder in der Regel spontan in Tanz und Bewegung um.

Musik ist ein Teil der Erlebniswelt.

Die Kinder sollen Musik als Quelle von Freude und Entspannung, sowie als Anregung zur Kreativität erfahren.

In unseren unterschiedlichen Angeboten lernen die Kinder ihre Umwelt in Formen, Farben und Bewegungen wahrzunehmen und das Wahrgenommene schöpferisch und kreativ umzusetzen.

Die eigenen Gestaltungs- und Ausdruckswege werden entdeckt und es wird dabei die Vielfalt und Beweglichkeit im Denken und Handeln entfaltet.

Durch vielseitige Anreize, die durch die Einrichtung geboten werden, lernt das Kind spielerisch-kreativ mit seiner Fantasie umzugehen und sie in verschiedenen Bereichen einzusetzen.

 

Beispiele aus der Einrichtung:

  • Aufführung von Liedern und Tänzen bei den versch. Festen
  • Umgang mit Musikinstrumenten/Basteln von Instrumenten
  • Beschäftigung einer Kunsttherapeutin in unserer Einrichtung
  • Kinder haben immer Zugang zu versch. Bastelmaterialien...(freies Gestalten)
  • gezielte musische- und künstlerische Angebote werden an unserem Projekttag angeboten
  • Kennenlernen der versch. Bastelmaterialien und Werkzeuge
  • Besuch versch. Museen (Oberhaus, Römermuseum, Museum Moderne Kunst...)

4.2.5 Starke Kinder

Bewegung spielt in der positiven Entwicklung der Kinder eine große Rolle. Insbesondere unsere Hortkinder brauchen einen Ausgleich zum kognitiven Leistungsdruck in der Schule. Nur so können sie später während der Hausaufgabenzeit wieder ruhig und konzentriert weiterarbeiten. Wir bieten den Kindern viele verschiedene Möglichkeiten in unserem großen Außengelände. Dort können sie ihren Bewegungsdrang ausleben. Zudem können wir zweimal wöchentlich den Turnraum der Schule nutzen und dort gezielte Bewegungsspiele anbieten und so die Kinder in ihren motorischen und sozialen Fähigkeiten unterstützen und fördern.

 

Ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheitserziehung ist das gemeinsame Mittagessen. Bei der Auswahl der Speisen wird auf eine ausgewogene Ernährung geachtet. Zu jedem Hauptgericht gibt es einen Salat, sowie regelmäßig Obst als Nachspeise. Uns ist es wichtig, die Kinderwünsche bei der Wahl der Speisen zu berücksichtigen. Jedes Kind kann die Essensmenge selbst bestimmen. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Kinder Getränke im Hort kaufen. Nachmittags können die Kinder noch einmal mitgebrachte Brotzeit essen oder sich einen kleinen Snack kaufen.

Unsere Großgruppe ist hierbei in zwei oder drei Essensgruppen aufgeteilt, diese richten sich nach dem Schulschluss der Kinder. Hierbei können die Kinder ihre Tischpartner frei wählen. Es wird darauf geachtet, dass gewisse Körperpflegemaßnahmen vor dem Essen oder nach dem Toilettengang stattfinden (Hände waschen). Tischmanieren werden mit den Kindern besprochen und auf die Durchführung wird geachtet. Auch die Betreuer sind hier Vorbild für die Kinder.

Nach dem Mittagessen fallen verschiedene Aufräumarbeiten an, bei denen die Kinder mithelfen sollen. Hierbei werden auch grundlegende hauswirtschaftliche Tätigkeiten erlernt, wie z. B. zusammenkehren, Tisch abwischen, Mülltrennung,…

 

Beispiele aus der Einrichtung:

  • Bewegungsförderndes Außengelände: Fußballplatz, verschiedene Fahrzeuge und Außenspielgeräte, Trampolin, Kletterturm, Sandkasten, Abenteuerhaus und ein angrenzendes Waldgrundstück
  • Gezielte Bewegungsangebote in Projektgruppen
  • Rückzugsmöglichkeiten : Couch, Ecke unter der Treppe
  • Vorbildfunktion bei Hygienemaßnahmen (Hände waschen, saubere Kleidung...)

 

5. Bildungs- und Erziehungspartnerschaften – unser Angebot für Eltern

Elternarbeit – oder besser ausgedrückt die Zusammenarbeit mit Eltern – ist eine der wichtigsten, aber auch schwierigsten Aufgaben. Der Hort als familienergänzende Einrichtung hat den gesetzlichen Auftrag, Eltern in die Arbeit einzubeziehen, die Erzieherinnen sollen mit den Erziehungsberechtigten zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten. Die Elternarbeit hat einen hohen Stellenwert, weil unsere Arbeit nur mit den Eltern und nicht gegen sie erfolgreich sein und Anerkennung finden kann.

Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Hort und Eltern

  • Eltern und Erzieher bauen einen Bezug und damit auch ein ist Vertrauensverhältnis auf.

  • Die Zusammenarbeit ist für Informationen und Mitteilungen nötig.

  • Sie ermöglicht individuelle, gegenseitige Beratung, trägt zur Kooperation bei und ist die Grundlage für eine gemeinsame, positive Erziehungsarbeit.

Es gibt eine große Anzahl von Möglichkeiten, die Mitarbeit der Eltern im Hort durchzuführen. Von welchen Gebrauch gemacht wird, hängt von der jeweiligen Hortsituation, von den Bedürfnissen der Eltern, der Einsatzbereitschaft der Erzieherinnen und den Zielsetzungen in der Elternarbeit.

  • Gespräche: Aufnahmegespräche, „Tür- und Angelgespräche“, Telefonate, Beratungsgespräche…
  • Elternabende: Infoabend, Bastelabende, Hortbesichtigung…
  • Veranstaltungen: AWO-Kinderfest, Weihnachtsfeier, Herbstfest…

    Indirekter Kontakt: regelmäßige Elternbriefe, Infotafel und Aushänge in der Einrichtung, Konzeption, Elternbefragungen…

  • Elternbeirat: Mithilfe und Miteinbezug des Elternbeirates bei Festen, Veranstaltungen, Elternkontakt, Problemen…

 

Der Hort ersetzt nicht die Eltern und ihre Verantwortung. Wir erwarten, dass Eltern ihre Kinder auf sozialem und schulischem Gebiet fördern. Als Unterstützung wünschen wir uns ein reges Interesse der Eltern am Leben des Kindes bei uns.

 

Praktische Beispiele aus dem Schuljahr 2015/2016:

  • Elternbeirat unterstützt uns beim Herbstfest durch Verkauf von Essen und Getränken, Hilfe beim Auf- und Abbau, Organisation von Materialien…

  • Eltern helfen bei der Adventsfeier durch Plätzchen- und Glühweinspenden

  • Verkauf von Kaffee- und Kuchen beim Kinderfest…

  • Die Eltern bekommen in der Regel monatlich einen Elternbrief mit den wichtigsten Informationen über Feste, Feiern, Änderungen…

  • Zu „Problemgesprächen“ werden Lehrer, Fachdienste, Jugendamt…hinzugezogen, um den Eltern Hilfestellung zu geben

  • Die Eltern können bei Bedarf jeder Zeit Gesprächstermine mit der jeweiligen Erzieherin vereinbaren und sich so Hilfe, Anregungen… holen.

6. Ausblick: Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Einrichtung: geplante Veränderungen

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer das Kind.

Deshalb versuchen wir die Wünsche der Kinder aufzugreifen und umzusetzen.

Durch unsere jährlichen Eltern- und Kinderfragebögen, erhalten wir ganz konkrete Rückmeldungen.

Da wir im letzten Schuljahr leider mit laufendem Personalwechsel konfrontiert waren, ist uns in diesem Jahr besonders wichtig, dass die Kinder endlich wieder feste Bezugspersonen und eine gewisse Stabilität haben.

Deshalb wurde jeder Erzieherin eine gleichbleibende Hausaufgabengruppe zugeteilt.

Durch zusätzliches Personal konnten wir in diesem Schuljahr eine weitere Hausaufgabengruppe einrichten, so dass sich die Gruppengrößen verringert haben und die Betreuer individueller auf die Kinder eingehen können.

 

Unsere pädagogische Arbeit liegt im Augenblick darin, die Umgangsregeln und Umgangsformen der Kinder noch mehr zu festigen und die sozialen Kompetenzen zu stärken. Wir möchten, dass die Kinder gerne in unsere Einrichtung kommen und als Ganzes in die Einrichtung integriert sind.

 

Im Januar 2016 wurde der Essensanbieter gewechselt und im September 2016 wurde unser Konzept auf gesündere Ernährung umgestellt.

Das gesamte Getränkesortiment wurde ausgetauscht und am Nachmittag gibt es regelmässig Obst und Gemüse zur Pause, welches von den Eltern gespendet wird.

 

Ebenfalls liegt uns die Elternarbeit in diesem Jahr sehr am Herzen.

Durch gezielte Feste, Besuchsnachmittage und Elternabende wollen wir den Eltern-Erzieherkontakt noch mehr intensivieren und Einblicke in unsere tägliche Arbeit vermitteln.

Fortbildungen 2016 für das Hortteam:

 

Januar 2016 - März 2016

3tägige Fortbildung/ Thema: ADHS-Basiswissen, Erfolgreiche Verhaltensänderung und Regeleinhaltung bei ADHS (Schulung aller Erzieherinnen)

 

September 2016 - November 2016

2tägige Teamfortbildung/ Thema: "Früh erkannt - Gefahr gebannt" - Lernstrategien, Was braucht ein Kind um Lernen zu können! (Schulung gesamtes Personal)

 

Oktober 2016

ISEF- "Kindeswohlgefährung" (Schulung gesamtes Personal)

 

November 2016

Erste-Hilfe-Kurs (Schulung gesamtes Personal)

Brandschutzschulung (Schulung gesamtes Personal)

Infektionschutzgesetz - Schulung durch Sicherheitsbeauftragten (gesamtes Personal)